Dragon Dice
(Autor: Lester Smith, Verlag: TSR)

 Dragon Dice versucht, einige Elemente der Sammelkartenspiele auf ein Würfelspiel zu übertragen. Es gibt also Starterpacks mit einer Grundausstattung verschieden häufiger weitgehend zufällig zusammengestellter Würfel sowie entsprechende Kickerpacks zum Erweitern der Würfelsammlung. Man stellt sich Würfelarmeen zusammen, die man gegeneinander kämpfen lä&#223t. Dabei kommt es für die zwei oder mehr Spieler im wesentlichen darauf an, den gegnerischen Armeen durch Würfeln mehr Schadenspunkte zuzufügen, als diese der eigenen und dadurch Geländeabschnitte zu beherrschen, die ebenfalls durch Würfel repräsentiert werden.

 Ein Starterpack enthält zwei rare Würfel, vier uncommon Würfel, neun common Würfel, sämtlich sechsseitig mit verschiedener Grö&#223e entsprechend ihrer Seltenheit, sowie zwei achtseitige Terrain-Würfel einen zwanzigseitigen Dragon-Würfel. Au&#223erdem sind noch die Spielregel und die dringend nötige Kurzübersicht als Leporello sowie drei sogenannte Banner Cards zum positionieren von Armeen zu finden. Bei den Würfeln handelt es sich um speziell angefertigte Würfel mit einer erheblichen Menge verschiedener Symbole. Die sechsseitigen Würfel sind in vier verschieden gefärbte Rassen aufgeteilt. Für jede der vier Rassen und jeden der drei Seltenheitsgrade gibt es fünf Würfel also insgesamt 60. Jeder einzelne dieser Würfel besitzt auf einer seiner Seiten ein Identifikationssymbol in Form eines Kopfes oder eines Portraits. Mit Hilfe dieses Symbols lä&#223t er sich eindeutig von allen anderen Würfeln unterscheiden.

 Es gibt drei Arten von Kämpfen, die ausgetragen werden können: Magic (Magie), Missle (Fernkampf) und Melee (Nahkampf). Die sechsseitigen Würfel zeigen auf ihren Seiten Symbole für diese drei Kampfarten sowie Symbole für Manoeuver (Bewegung) und für Save (Rettung vor Schaden). Das Identifikationssymbol eines Würfels dient als Joker. Im Laufe des Spiels würfelt man für die einzelnen Dinge (z. B. Nahkampf) und zählt die dafür gewürfelten Symbole (z. B. Nahkampfsymbole). Diese liefern Punkte, die im Spielgeschehen Verwendung finden (z. B. Schadenspunkte im Nahkampf für den Gegner). Diverse weitere Sondersymbole können im wesentlichen auf die genannte Symbole zurückgeführt werden. D. h. die Sondersymbole zählen in manchen Situationen doppelt, können nach Bedarf für zwei verschiedene Dinge verwendet werden oder erfahren sonstige Sonderbehandlungen. Die Symbole auf den achtseitigen Terrain-Würfeln beziehen sich auf die drei Kampfarten. Kämpfe finden auf den durch diese Würfel symbolisierten Geländeabschnitten statt. Die Symbole geben an, welche Art von Kampf möglich ist. Neben diesen Symbolen sind auf den Terrain-Würfeln noch die Zahlen von eins bis acht zu finden.

 Vor Beginn des Spiel einigt man sich auf eine sogenannte Conflict Size. Mit Hilfe dieses Wertes stellen die Spieler ihre Würfelarmeen zusammen. Dabei zählt ein common Würfel einen Punkt, ein uncommon Würfel zwei Punkte, ein rare Würfel drei Punkte und ein Dragon-Würfel fünf. Für je angefangene 25 Punkte muß die Würfelarmee einen Dragon-Würfel enthalten. Aus den Terrain Würfeln wählt jeder Spieler einen Home- und einen Frontier-Würfel aus. Die sechsseitigen Würfel werden geheim auf die drei Banner Cards verteilt und dann aufgedeckt. Jeder Spieler wirft die Würfel auf der Horde Banner Card. Der jenige mit den meisten Manoeuver Punkten wird Startspieler. Die Reihenfolge der anderen Spieler richtet sich nach den von ihnen gewürfelten Punkte. Der Startspieler wählt einen der Frontier-Würfel aus. Die anderen Frontier-Würfel weden im Spiel nicht weiter verwendet. Anschlie&#223end werden die Armeen in der Reihenfolge der Spieler auf die im Spiel befindlichen Terrain-Würfel verteilt, wobei maximal drei Armeen einem Würfel zugeordnet werden dürfen. Die Terrain Würfel werden geworfen, um die Kampfdistanz zu bestimmen. Da es das Ziel des Spiels ist, bei zwei Terrain-Würfeln derjenige zu sein, ihn auf die Distanz acht (geringste Distanz) zu drehen, werden die Terrain-Würfel, die am Anfang eine acht zeigen solange erneut geworfen, bis dies nicht mehr der Fall ist. Die Drachenwürfel werden zunächst zur Seite gelegt. Sie können durch Zaubersprüche ins Spiel gebracht werden und dann verheerende Wirkungen entfachen.

 Wenn man an der Reihe ist hat man die Möglichkeit, mit zweien seiner Armeen Aktionen durchzuführen, dann Würfel aus der zu Spielbeginn leeren Reserve in irgendeiner eigenen Armee ins Spiel bringen und schlie&#223lich Würfel aus den eigenen Armeen in die Reserve packen. Jede Armee, mit der man Aktionen durchführt, kann zunächst versuchen den Terrain-Würfel, auf der sie agiert um einen Punkt zu drehen. Da die Stellung der Würfel die Kampfart bestimmt, kann dies von Vorteil oder von Nachteil für einzelne Armeen sein. Die Armeen würfeln. Um den Würfel drehen zu können, muß man mehr Manoeuver- Punkte würfeln als diejenigen Armeen, deren Besitzer gegen das Drehen ist. Nach dem Drehen der Terrain-Würfel findet der Kampf statt. Bei weiter Entfernung ist nur Magie möglich, bei geringerer Entfernung nur Fernkampf und ansonsten nur Nahkampf. Wenn es jemand geschafft hat, einen Würfel auf die acht zu drehen und ihn somit beherrscht, kann er sich die Kampfart aussuchen. Sobald jemand zwei Terrain-Würfel beherrscht, gewinnt er das Spiel sofort.

 Alle Würfel von Dragon Dice besitzen eine Färbung die ihnen in Kombination mit anderen Würfeln in bestimmten Situationen Vor- oder Nachteile bringen, die den beschriebenen Spielablauf positiv oder Negativ beeinflussen.

 Am Anfang kommt man sich bei Dragon Dice ein bischen so vor, als ob man die chinesische Bilderschrift lernen soll. Deshalb ist das Spiel für Leute, die keine eingefleischten Spieler sind nicht unbedingt zu empfehlen. Der Spielmechanismus neigt dazu, zugunsten des in Führung liegenden Spielers zu kippen. Je grö&#223er der Unterschied in der Anzahl noch kampfbereiter Würfel ist, desto mehr Würfelglück benötigt man, um den Vorsprung noch aufzuhohlen. Dies wird lediglich durch die Drachen Würfel und durch das Wiederbeleben von ausgeschiedenen Würfeln mit Hilfe von Magie ausgeglichen. Dem Spiel liegt auf jeden Fall eine sehr reizvolle Idee zugrunde. Wenn man nichts gegen Würfelspiele hat, kann das Spiel sehr lustig sein.

 Holger Burbach

 


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On 12 May 2003, 23:34.