Leonardo
(Verlag: eg-Spiele)

 Leonardo ist ein Wirtschaftsspiel für drei bis sechs Spieler, bei dem es darauf an kommt entweder das meiste Geld zu verdienen, oder die Mitspieler in den Bankrott zu treiben.

 Leonardo besitzt Ähnlichkeit mit dem bekannten Monopoly von Parker. Es gibt aber auch einige Unterschiede. Eine vergleichende Betrachtung drängt sich auf.

 An Stelle eines quadratischen Parcours ohne weitere Dekoration gibt es bei Leonardo einen Stadtplan, auf dem sich die Spielfiguren bewegen. Die Rolle der Stra&#223en übernehmen bei Leonardo die Paläste, die in Stadtvierteln an Stelle von Stra&#223enzügen angeordnet sind und eine doppelte Gebühr einbringen, sobald sie von einem Spieler kontrolliert werden. Häuser und Hotels sind werden bei Leonardo durch Kunstwerke repräsentiert, die man verdeckt von einem Stapel zieht und die in den Palästen auszustellen sind. An Stelle von Bahnhöfen, dem Wasserwerk und dem Elektrizitätswerk gibt es bei Leonardo, Brücken zwischen Stadtteilen, für deren Benutzung Zoll zu entrichten ist. Weiterhin gibt es Marktplätze, auf denen ein dort eintreffender Spieler einen Markt veranstalten kann. Dieser Markt läuft so ab, daß alle Spieler Geldbeträge auf Felder setzen können. Ein Gewinnfeld wird zufällig bestimmt. Die Beträge auf diesem Feld werden von dem Spieler, der den Markt veranstaltet, in dreifacher Höhe an die Gewinner zurückbezahlt. Alle anderen Beträge behält der Veranstalter.

 Als Unterschied zu Monopoly kann es bei Leonardo Kämpfe zwischen Spielern geben, die dann stattfinden, wenn sie auf dasselbe Feld gelangen. Diese Kämpfe bestehen aus Würfelduellen, die sich um Soldatenkarten drehen, die man während dies Spiels bekommen kann und bei den Kämpfen wieder verliert. Der unterlegene Spieler, derjenige ohne eine weitere Soldatenkarte, zahlt dem Gewinner des Kampfes einen Geldbetrag.

 Ein Spielfeld, das dem Los bei Monopoly entspricht, gibt es auch bei Leonardo. Jedoch beginnen die Spieler ihren Zug nicht dort auf der Piazza Maggiore, sondern in einem zufällig bestimmten Palast, der den jeweiligen Spieler auch sofort als Besitztum zugesprochen wird. Gelangt ein Spieler direkt auf die Piazza Maggiore, bekommt er neben dem obligatorischen Geldbetrag ein öffentliches zufällig bestimmtes Amt. Dieses Amt bezieht sich auf ein Feld des Spielplans. Gelangt ein Spieler auf dieses Feld, so kann der Inhaber des Amtes diesen um bis zu fünf Felder vor- oder zurücksetzen. Ist das Amt eine Botschaft, so kann man zusätzlich einen Soldaten des Spielers beseitigen.

 Jeder Spieler muß sich zu Spielbeginn dafür entscheiden, ob er papsttreu oder kaisertreu sein möchte. Die Wahl beeinflu&#223t, ob man beim zufälligen Eintreten eines internationalen Ereignisses zu der Seite gehört, die durch Geldzuwendungen begünstigt wird, oder nicht.

 Die Spieler dürfen jederzeit Verbände bilden. Jedoch dürfen sich nur Mitglieder papsttreuen oder der kaisertreuen Partei zusammenschlie&#223en. Ein Verband besitzt ein gemeinsames Vermögen und einen gemeinsamen Spielstein. Zu Beginn einer Runde würfeln alle Mitglieder eines Verbandes und entscheiden gemeinsam, welcher Wurf verwendet werden soll.

 Die Aufmachung des Spielmaterials ist sehr ansprechend. Für Fans oder Ex-Fans von Monopoly stellt Leonardo eine interessante empfehlenswerte verbesserte Variation dar. Insbesondere öffentliche Ämter und Verbände können den Verlauf einer Partie entscheident beeinflussen. Ansonsten ist Leonardo nur etwas für Leute, die gerne Spiele spielen, bei denen man den Ablauf ehr weniger beeinflussen kann und die somit stark vom Glück abhängen oder davon, wie gut man sein Glück trotzdem noch schmieden kann.

 Holger Burbach

 


File translated from TEX by TTH, version 2.00.
On 12 May 2003, 23:37.